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Afro.Deutschland – Zeitzeuge Theodor W. Michael

***Schauspieler & Zeitzeuge Theodor Wonja Michael zu Gast bei uns in Neuss***

Auch wir haben gestern zum Internationalen Tag gegen Rassismus ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt.

Im Hitch Kino zeigten wir gestern den Dokumentarfilm „Afro.Deutschland“, bei dem sich Journalistin Jana Pareigis auf eine Reise durch verschiedene Städte Deutschlands begibt und anderen Afro-Deutschen begegnet, wie dem Rapper Samy Deluxe oder dem Künstler Robin Rhode. Auch Theodor Wonja Michael, ein Afrodeutscher Zeitgenosse des Nationalsozialismus, wurde in dem Film interviewt.

Wir hatten gestern die Ehre, Zeitzeugen Theodor Wonja Michael bei der Filmvorführung in Neuss mit dabei zu haben. Das Publikum hatte im Anschluss an den Film die Möglichkeit gehabt, ihm Fragen zu stellen und mit ihm zu diskutieren. Er erzählte, wie er damals Rassismus erlebte, aber auch aktuell Erinnerungen in ihm geweckt werden, wenn z.B. eine rechtspopulistische Partei in den Bundestag gewählt wird und rassistisches Gedankengut verbreitet. Zwar gäbe es keine rassistischen Gesetze mehr, dennoch herrschten rassischte Gedanken bei den Menschen, was ihm große Sorgen bereite.

Rund eine Millionen schwarze Menschen leben in Deutschland. Wir freuen uns die Geschichte dieser Menschen gestern thematisiert zu haben. Das Publikum war neugierig, emotional, teilweise geschockt und begeistert. Wir sind sicher, der Film und die anschließende Diskussion hat in Vielen etwas bewegt.

 

Hier noch einige Zitate der gestrigen Veranstaltung zum Nachdenken:

„Was wir wollen, ist Respekt. Stellen Sie sich vor, jeder von uns wird mit Du, hör mal zu angesprochen. Man wird direkt geduzt. “ (Theodor Wonja Michael)

„Niemand verlässt seine Heimat ohne Grund.“ (Theodor Wonja Michael)

„Menschen wie wir kommen nicht ohne Narben und Wunden durch die Welt.“ (Theodor Wonja Michael)

„Rassismus ist da. Wir müssen ihn bekämpfen. Jeder Mensch hat Vorurteile, aber wie gehen wir damit um? Der beste Weg ist den „Anderen“ mit mir zu konfrontieren.“ (Theodor Wonja Michael)

„Wir stecken nicht in Ihrer Haut und werden nie das fühlen, was Sie fühlen, aber zumindest haben wir durch diesen Film zum ersten Mal mitfühlen können, worüber wir uns vorher nie Gedanken gemacht haben.“ (russischer Publikumsgast)

 

Übrigens leben Menschen afrikanischer Herkunft schon seit Jahrhunderten in Neuss, schon zur Zeit der Römer. Ein unvergesslicher Abend für unsere Neusser Stadtgesellschaft!

Die Veranstaltung wurde im Rahmen unseres Interkulturellen Promotorenprorammes des Eine Welt Netz NRW durchgeführt in Kooperation mit samo.fa, dem Kulturamt der Stadt Neuss, NEWI.

Moderation: Tina Adomako (Eine Welt Netz NRW)
Koordination: Serge Palasie, Fachpromotor für Flucht, Migration und Entwicklung ( Eine Welt Netz NRW)
und Muna Sukhni, Interkulturelle Promotorin (Eine Welt Netz NRW) im Raum der Kulturen

Raum der Kulturen e.V.