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Charta der Neuen Deutschen Stadtgesellschaft: Wie wollen wir gemeinsam leben?

Liebe Mitglieder und Freunde,

das Kulturamt Neuss hat in Kooperation mit dem Raum der Kulturen e.V. und vielen weiteren Akteuren der Interkultur ein Konzept entwickelt, das von allen städtischen und freien Kultureinrichtungen unterzeichnet sowie vom Kulturausschuss und Rat der Stadt einstimmig beschlossen wurde. Das Neusser Diversitätskonzept definiert Interkulturalität und Transkulturalität als wesentliche Strukturkennzeichen der Stadtgesellschaft und legt Handlungsmaximen fest, die bei der konzeptionellen, personellen und programmatischen Ausrichtung der Kultureinrichtungen das Prinzip der Diversität einfordern. Denn: gelebte Diversität ist eine Querschnittaufgabe, die von der gesamten Stadtgesellschaft begleitet und getragen werden muss. Viele deutsche Städte und Kommunen haben sich mittlerweile auf unterschiedliche Interkulturkonzepte geeinigt. In Neuss jedoch verfolgen wir mit unserem (aus dem Diversitätskonzept entwickelten) Modellprojekt Neue deutsche Stadtgesellschaft einen gesamtstädtischen und sehr partizipativen Ansatz, der von vornherein auch nichtstädtische Institute, bürgerschaftliche Initiativen und andere Akteure einbindet. Damit der wertschätzende Umgang mit Vielfalt Einzug in das tägliche Handeln erhält, möchten wir mit Ihnen gemeinsam Grundforderungen benennen, die alle Menschen gleichsam ansprechen. Die Teilhabe am kulturellen Leben der Stadt ist Katalysator für ein erfolgreiches Miteinander aller Bürgerinnen und Bürger.

Ziel dieses zweiten aus einer Reihe von vielen folgenden Workshops ist es, gemeinsame Thesen zu formulieren, die ein knappes Regelwerk für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben bilden. Die Ergebnisse werden als Charta der Neuen Deutschen Stadtgesellschaft zusammengetragen und als verbindliches Element innerhalb der Stadtgesellschaft platziert. Gemeinsam möchten wir eine Basis an Grundwerten und Normen bündeln, die essentiell für das Bestehen aller menschlichen Gemeinschaften sind – unabhängig von Kultur, Religion oder Nationalität. Diese Werte und Normen möchten wir hervorheben, leben und teilen.  Dieses Positionspapier soll als moralisch-ethischer Kanon, jenseits des Grundgesetzes, Maximen für ein friedliches, gedeihliches, respektvolles und tolerantes Miteinander in der Stadtgesellschaft aufstellen. Die Maximen sollen möglichst partizipativ durch verschiedene lokale und regionale, teilweise auch überregionale Akteure erarbeitet werden. Hierzu zählen verschiedene Migrantenorganisationen, aber auch wichtige Akteure der Stadtgesellschaft.

 Im Rahmen des Workshops “Charta der Neuen Deutschen Stadtgesellschaft: Wie wollen wir gemeinsam leben?” am 26.04.19 laden der Raum der Kulturen und das Kulturamt Neuss Vertreter*innen von Migrantenselbstorganisationen dazu ein, der Leitfrage nachzugehen und sich folgenden Themenbereichen zu widmen:

– Politik und Verwaltung (Moderation: Adama Logosu-Teko, Haus der Kulturen Braunschweig)
– Gesellschaft (Moderation: Mohamed Moujddaini, Kommunales Integrationszentrum/samo.fa Krefeld)
– Kultur (Moderation: Ilhan Isözen, Haus der Kulturen Lübeck)

An insgesamt drei Workshoptischen soll es um die drei Themenfelder “Politik und Verwaltung”,“Gesellschaft” und “Kultur” gehen. Dort soll der Frage nachgegangen werden, wie einzelne Handlungsmaximen an diese Adressaten lauten können, was die Forderungen an die Kultur, an Politik etc. sind, damit wir in einer neuen deutschen Stadtgesellschaft ankommen und leben. Diese Forderungen sollen als Handlungsmaximen (bspw. Ich respektiere jeden Glauben oder Unglauben eines jeden Menschen …) formuliert werden. Über Ihre Teilnahme würden wir uns sehr freuen.

Veranstaltungstitel: “Charta der Neuen Deutschen Stadtgesellschaft: Wie wollen wir gemeinsam leben?”
Veranstaltungsart: Workshop mit Abschlusspräsentation
Veranstaltungsdatum: Freitag, 26.04.19
Veranstaltungszeitraum: 14:00 – 17:00 Uhr inkl. Kaffeepause
Veranstaltungsort: RomaNEum, Brückstraße 1, 41460 Neuss – in den Räumen E.127, 1.109, 1.110

Raum der Kulturen e.V.