Meine Stadt

Die Maßnahme „Meine Stadt“ soll Migrantenselbstorganisationen (MSOs) dazu befähigen und qualifizieren, sich identifikationsstiftend als gestaltende Kraft in die Mehrheitsgesellschaft einzubringen. Obwohl viele MSOs mittlerweile seit mehr als zehn Jahren aktiv sind, beschränken sich ihre Aktivitäten meist nur auf ihre eigene Kulturpflege. Dennoch ist ihre Identifikation und individuelle Verbundenheit mit der „eigenen“ Stadt oft sehr ausgeprägt. Ihre lokale Verbundenheit besteht oft über mehrere Generationen hinweg. Um die Gefahr der Bildung etwaiger „Parallelgesellschaften“ aufzubrechen und zu verhindern, gilt es, das Heimatverständnis zu erweitern und das „Gefühl des Ankommens“ auf Basis von interkulturellen Aktivitäten aufzubauen. Dazu ist eine interkulturelle Öffnung unverzichtbar.

Der Verein Raum der Kulturen Neuss e.V. möchte mit seinem Angebot zwei Personengruppen gleichermaßen ansprechen. Zum einen werden Personen mit Fluchterfahrung und Migrationsgeschichte adressiert, um am Alltag ihrer „neuen Stadt“ teilzuhaben und sich zu integrieren, zum anderen möchten wir die einheimischen Stadtbewohner dazu ermutigen, durch aktive Mitarbeit eine Mehrheitsgesellschaft zu gestalten. Einzig die Zusammenarbeit beider Gruppen gewährleistet produktive Synergien im Stadtgeschehen, fördert die interkulturelle Toleranz und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

In der ersten Phase „Start und Aufbau“ (01.10.17 – 31.12.17) gilt es, Vernetzungstreffen mit einzelnen Akteuren zu initiieren, die sich für entwicklungspolitische Arbeit interessieren und gemeinsam an Themen, Ideen und Projekten mit gesellschaftlicher Bedeutung arbeiten möchten. Die Vernetzungstreffen dienen der Vermittlung von Fachwissen einerseits, und der Unterstützung von bestehenden Migrantenselbstorganisationen anderseits. Ziel ist es, die Treffen kontinuierlich zu pflegen und eine einheitliche Struktur zu organisieren, um Ressourcen zu bündeln. Bestehende Organisationen sollen sich nach außen öffnen und herkunftsübergreifend im Sinne des zivilgesellschaftlichen Engagements agieren.

In der zweiten Phase „Stabilisierung“ (01.01.18 – 30.06.18) sollen die Akteure aus der 1. Phase durch die aktive Teilnahme an Modulen und Workshops dahingehend geschult werden, professionell zu arbeiten. Ziel ist es, die interkulturelle Öffnung der bestehenden Vereine zu fördern und darüber hinaus neue Vereinsgründungen zu realisieren. Themen der Module und Workshops können sein: Vereinsgründung, Profilschärfung des Vereins, Diversität, Projektentwicklung und -durchführung. Hierbei werden die Akteure von qualifizierten Referent*innen geschult und für die praktische Vereinsarbeit vorbereitet.

In der dritten Phase „Nachhaltigkeit“ (01.07.18 – 31.12.18) sollen die Akteure der 1. und 2. Phase dahingehend gestärkt werden, eine Nachhaltigkeit der Vereinsarbeit zu erreichen, sodass die jeweiligen Vereine auch nach der Fördermaßnahme bestehen bleiben. Rückhalt gebieten hierbei insbesondere entstandene Kooperationen mit bereits verankerten, ortsansässigen Netzwerken. Um dieses langfristige Ziel zu erreichen, ist die Realisierung gemeinsamer Projekte unverzichtbar:

Geplant sind mindestens zwei Projekte je neugegründeter Verein, die die entwicklungspolitische Arbeit in unserer Gesellschaft mobilisieren. Im Idealfall ist eine kommunale Vertretung (Kulturamt, Sozialamt etc.) in die erfolgreiche Realisierung eines solchen Projekts integriert, um die kommunale Verankerung zu stärken. Eine enge Zusammenarbeit mit städtischen Institutionen ist maßgeblich für eine Etablierung in der Stadtpolitik und für bereits vorhandene und neugegründete Migrantenselbstorganisationen und Vereine von großer Bedeutung.

 

Raum der Kulturen e.V.